AUF EIN GLAS WEIN ! - Folge 2 - Dagmar

Auf ein Glas Wein

 

Auf ein Glas Wein ist ein schriftliches Podcast-Format von Sven Appelt.

In essayistischen Dialogen spricht Appelt mit engen Freunden über Konflikte, Macht, Projektion, Sprache und die Absurditäten persönlicher wie institutioneller Auseinandersetzungen.

 

Ausgangspunkt sind reale Dokumente – E-Mails, Briefe, Sprachnachrichten – die nicht als Beweise, sondern als Erzählmaterial dienen. Mit schwarzem Humor, Sarkasmus und analytischer Schärfe werden Narrative seziert, Selbstbilder entlarvt und historische Begriffe (wie etwa Stasi, Tschekisten, Loyalität, Staat) in ihrer rhetorischen Funktion hinterfragt.

 

Begleitet von Musik und bewusst ohne therapeutischen Anspruch ist Auf ein Glas Wein kein Versöhnungsformat, sondern ein Gedächtnisraum: für Gespräche, die man eigentlich beenden möchte – aber nicht kann, solange sie Wirkung entfalten.

 

Es beginnt immer gleichbleibend Langweilig...

 

Er heißt Sven.

Und das hier ist kein Gespräch, das etwas lösen will.

 

Er sitzt an einem Tisch.

Da steht ein Flasche Wein.

Manchmal auch zwei.

Mehr Rahmen braucht es nicht.

 

Sven lädt Menschen ein, die er kennt.

Freunde. Wegbegleiter. Leute, die geblieben sind.

Nicht, weil alles leicht war –

sondern weil nicht alles leicht war.

 

Sie reden über Dinge, über die man eigentlich nicht mehr reden möchte.

Aber muss.

Weil sie sonst nicht verschwinden.

 

Es wird ruhig.

Es wird unangenehm.

Manchmal auch komisch.

Meistens gleichzeitig.

 

Das hier ist kein Podcast mit Antworten.

Das hier ist ein Ort, an dem Erinnerungen ausgesprochen werden dürfen,

ohne dass jemand klatscht oder heilt.

 

Wenn es sich schief anfühlt,

ist es wahrscheinlich richtig.

 

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Heute sitzt ihm Dagmar gegenüber.

Der Wein ist offen.

 

Das Gespräch kann beginnen - Auf ein Glas Wein – Folge 2

Sven Appelt im Gespräch mit Dagmar.

 

Ein Tisch. Zwei Gläser. Der Wein ist offen, das Thema eigentlich geschlossen – wären da nicht die Realität und Andreas Wilking.

 

Dagmar:

Oh, Sven … was hast du uns denn heute für einen schönen Wein mitgebracht?

 

Sven:

Das ist ein Regaleali. Ein italienischer Rotwein.

Den bekommst du in der Metro. Relativ günstig – aber wirklich gut.

 

Dagmar:

Ach, schön. Woher kennst du den?

 

Sven:

Aus dem Cibo Matto. Damals in Mitte.

Ein tolles In-Restaurant. Gibt’s leider nicht mehr.

Probier mal.

 

(Dagmar nimmt einen Schluck.)

 

Dagmar:

Der ist wirklich gut.

Sag mal … warum bin ich eigentlich genau hier?

 

Sven:

Warum bist du wohl hier, Dagmar?

 

Dagmar:

Wegen unserer „ehrlichen“ Freunde.

Den Wilkings?

 

Sven:

Unter anderem.

Eher wegen der Frage der Glaubwürdigkeit.

Von Zainab Hassan Wilking.

 

Dagmar:

Glaubwürdigkeit?

Oh mein Gott. Die Frau ist doch komplett unglaubwürdig.

Das hat doch inzwischen sogar diese Ina-Maria-Polizistin in der E-Mail bestätigt.

 

Sven:

Richtig.

 

Dagmar:

Woher weißt du das eigentlich?

 

Sven:

Mit Ina-Maria?

Ich habe ihre E-Mail gelesen.

Ich glaube, ich habe sie Dir dann weitergeleitet.

 

Dagmar:

Stimmt.

Da hat sie ja sogar ein Fragezeichen hinter „Glaubwürdigkeit“ gesetzt.

Ganz ehrlich – das hätte ich auch gemacht.

Die Frau lügt schneller, als ein Pferd laufen kann.

Oder schneller, als Andreas Wilking ein Gutachten unterschreiben kann.

 

(Beide lachen.)

 

Sven:

Dagmar, wir sind heute aber nicht hier, um uns an ihnen abzuarbeiten.

Wir sind hier, um einen konkreten Vorwurf anzuschauen.

 

Dagmar:

Ach ja.

Der gestohlene Mietvertrag in der Anklageschrift von der Akgüc?

 

Sven:

Genau.

Gehen wir das sauber durch.

 

Dagmar:

Also.

Den Mietvertrag – wer hat den denn jetzt?

Den hat doch die Staatsanwaltschaft?

Den hat doch die Cheab am 8. November 2023 aus dem Atelier mitgenommen,

und diese Dana Mundelius hat den doch der Staatsanwaltschaft übergeben, oder?

 

Sven:

Was ist damals eigentlich genau noch alles verschwunden?

 

Dagmar:

Alles.

Die Bürosachen.

Die Buchhaltung.

Warenunterlagen.

Firmenunterlagen.

PayPal-Zugänge.

Kontozugangsdaten.

Bankunterlagen.

Die Cheab hat doch sogar das Firmenhandy und das MacBook geklaut.

 

Sven:

Und der Mietvertrag?

 

Dagmar:

Der war dabei.

Und den hat sie dann dieser Polizistin gegeben.

Dana Mundelius, so ’ne Polizistin aus dem Osten.

 

Sven:

Oh Gott – Dana, die Quasselstrippe des LKA.

 

Dagmar:

Genau.

Die hat mich später angeschrieben und gefragt,

ob ich den Mietvertrag gefälscht hätte,

da die verlogene Cheab dies behauptete.

 

Sven:

Hast du geantwortet?

 

Dagmar:

Ja, klar!

Warum sollte ich etwa nicht?

Ich habe ihn ja nicht gefälscht,

und außerdem hast du da gewohnt.

 

Sven:

Gewohnt habe ich da nur bis zum 08.11.2023,

bis die Wilkings ihre Medikamente nicht mehr vertragen haben

und dachten, die Welt aus der Fasanenstraße zu erobern.

 

Dagmar:

Ich weiß noch, wie die Cheab selbst den Vertrag geschrieben hat.

Ich weiß das noch genau.

Sie hat dein iPad genommen,

hat im Internet recherchiert

und sich als Vermieterin ausgegeben,

obwohl das Wilking hätte machen müssen.

Hat sie das iPad auch geklaut?

 

Sven:

Nein, das nicht.

 

Dagmar:

Okay.

Dass die Staatsanwaltschaft aber den geklauten Vertrag verwendet, ist komisch.

Das ist doch absurd.

 

Sven:

Sie wollten mir doch „Einmietbetrug“ anhängen,

das hat sich garantiert diese Mundelius ausgedacht.

Man kann der einfachen LKA-Beamtin allerdings nicht wirklich einen Vorwurf machen.

Die Mundelius ist überfordert, nicht entsprechend ausgebildet,

nicht studiert und dazu unterbezahlt – für das, was sie tut.

Ich finde es eh gefährlich,

wenn ein Apologet die Arbeit eines Staatsanwalts übernehmen muss,

nur weil in Deutschland Personal fehlt.

Für diese Akgüc war das eine einfache Lösung.

Sie musste nicht wirklich Zeitaufwand betreiben,

und durch die Meineide des Gutachters Wilking

hat jeder gedacht, dass ich der „Böse“ bin.

Niemand hätte gedacht,

dass ich nicht locker lasse, um mein Eigentum zurückzubekommen.

 

Dagmar:

Natürlich.

Was dachten die denn?

Und die Wilkings wollten nur,

dass die Polizei ihnen glaubt,

um das gestohlene Eigentum zu behalten –

sehr erbärmlich eigentlich, das ganze Spiel.

 

Sven:

Das Lichtsystem allein lag bei über 3.000 Euro.

Klar will so einer wie Wilking das nicht hergeben.

Die Wilkings denken nicht normal.

Die leben in ihrer eigenen Welt

und denken, dass alle um sie herum dumm sind.

Mich langweilen diese beiden armen Menschen langsam.

 

Dagmar:

Ganz genau.

Und das Vorhangsystem auf Maß – über 3.500 Euro.

Das wollte sie natürlich nicht zurückgeben.

 

Sven:

Aber Eigentum bleibt Eigentum.

Und eine sehr einfache Wilking bleibt eine sehr einfache Wilking.

Die erste Frau Wilking ist toll.

 

Dagmar:

Kennst du sie?

 

Sven:

Erst im März 2026. ??

 

Dagmar:

Sag mal, Sven –

was ist bei dieser Frau eigentlich nicht richtig?

 

Sven:

Bei der neuen Frau Wilking –

das fragt sich inzwischen jeder.

Sogar Frau Lange von der Polizei

macht sich über die Glaubwürdigkeit von Zainab Hassan lustig.

 

Dagmar:

Ich frage mich ehrlich gesagt viel mehr,

was bei der Polizei bis jetzt auch nicht richtig lief.

 

Sven:

Warum?

 

Dagmar:

Weil die Wilkings behauptet hatten,

die Polizei hätte beim Einpacken geholfen

und alles beaufsichtigt.

Für was hält sich Andreas Wilking eigentlich –

für eine Art „König“, der alles darf und kann?

 

Sven:

Also Billard oder Snooker kann er schon mal nicht spielen,

trotz 3.000-Euro-Kö.

Schwimmen kann er auch.

Er war zum Beispiel ständig 17. bei den Senioren –

das will schon was heißen.

Er glaubt halt,

als Gutachter glaube ihm jeder,

was rechtlich unmöglich ist.

 

Und die drei Polizisten vom Abschnitt 25

haben doch bestätigt,

dass beide Unwahrheiten gesagt haben.

 

Dagmar:

Eben.

Dafür braucht es immer einen Gerichtsvollzieher.

Und das weiß doch jeder,

außer Fatma Akgüc,

die alles glaubt, solange es nach wenig Arbeit klingt.

 

Sven:

Fatima – sie heißt Fatima –

ist 44

und hat genau 3,4 Examenspunkte

und ist somit Volljuristin

bei der Berliner Staatsanwaltschaft.

Mit 3,4 Punkten ist sie noch eine Gute,

also über dem Durchschnitt von 3,8.

Da Andreas und Zainab Hassan nur gelogen haben,

gibt es jetzt auch die Verhandlung im Januar.

 

Dagmar:

Sven …

warum lügen die beiden eigentlich so konsequent?

 

Sven:

Weil sie sich selbst schützen müssen.

Ihr Anwalt Kai Kempgens bestärkt beide auch darin,

das muss er auch,

denn nachweislich weiß er seit dem 03.08.2024

von den Lügen seiner Mandanten.

 

Dagmar:

Ich will gar nicht wissen,

was da alles noch dranhängt.

Auch mit den anderen Frauen aus diesem Kosmetikstudio

und der armen kleinen Maria.

Weißt du noch,

als Andreas dein Atelier im Sommer ’23 vermessen hatte?

Sie war dabei,

und ich persönlich empfand die Situation

als ganz unangenehm und nicht passend.

 

Sven:

Dagmar, er ist ihr Stiefvater,

und er hat sie an der Hand gehabt,

weil sie erst 13 Jahre alt war

und sich im Atelier unwohl fühlte.

Du hast dich bei Zainab Hassan auch unwohl gefühlt.

Okay, du hast dort auch

so unwürdige Dinge erleben müssen

durch diese sich selbsternannte Hexe.

 

Dagmar:

Ja.

Weißt du noch,

als sie mir verboten hat, auf Toilette zu gehen?

 

Sven:

Natürlich.

Weil die Kunden, die es nicht gab,

sich von dir gestört fühlen könnten –

aber helfen durftest du ihr immer.

 

Dagmar:

Und diese Glaswand –

weißt du noch, als Andreas ausgerastet ist,

weil sie nicht einmal richtig messen konnte?

7.000 Euro.

Oval.

Und dann komplett falsch vermessen.

Alles für den Arsch.

 

Sven:

Karma.

Die Glaswand im Studio ??,

sodass man später nicht mehr

um die Kundin im Stuhl herumlaufen konnte.

Die konnte echt nur gut Französisch.

Als arabische Frau

konnte sie das aber wirklich gut.

Ich weiß noch,

dass sie Reiner Meier, dem Architekten,

die Schuld daran gab.

 

Dagmar:

Ganz genau.

Sag mal ehrlich –

die ist doch nicht besonders intelligent, oder?

 

Sven:

Sie kann sehr gut Französisch sprechen,

sogar besser als Deutsch.

Und meine Füße hat sie gut behandelt,

das muss man wirklich sagen.

Und ihr jetziger Ehemann, Andreas Wilking,

sagte bereits 2020 oder sogar früher:

„Sie ist vieles – aber nicht helle.“

 

Dagmar:

Warum sagte Andreas das früher über sie?

Dass da immer jemand „mitläuft“.

 

Sven:

Das prüft gerade das LKA.

Dazu darf ich nichts sagen oder schreiben,

das kam ausdrücklich vom Staatsanwalt.

Was ich sagen darf:

Er erklärte es so:

„Sie ist eifersüchtig

und dadurch cholerisch

und lügt.

Sie lügt, um ihren Willen zu bekommen.“

 

„Narzisstisch“ –

das sagte er nicht, Dagmar.

Das sagte eine Richterin

und das LKA.

 

(Stille.)

 

Dagmar:

Das ist schon krank, oder?

Was ist Narzissmus?

 

Sven:

Ja.

Und genau deshalb müssen wir darüber sprechen.

 

Jemandem wegen Narzissmus zu benennen ist aus psychologischer Sicht keine Beleidigung,

da es ein Persönlichkeitsmuster ist, das sich um ein extrem fragiles Selbstbild dreht.

Ein Mensch mit narzisstischen Strukturen wirkt nach außen oft überlegen, sicher oder dominant –

innerlich ist dieses Selbstbild jedoch instabil und abhängig von ständiger Bestätigung.

 

Das zentrale Problem ist Schuld.

Narzisstisch geprägte Menschen können Schuld kaum aushalten.

Nicht, weil sie sie nicht verstehen,

sondern weil Schuld das innere Bild von Kontrolle, Bedeutung oder Überlegenheit zerstören würde.

 

Um dieses Bild zu schützen, passiert Folgendes:

Die Realität wird umgedeutet.

Aussagen ändern sich.

Verantwortung wird verschoben.

Andere Menschen werden zu Tätern erklärt,

damit man selbst Opfer bleiben kann.

 

Besonders deutlich wird Narzissmus nicht bei Einzelpersonen,

sondern in Beziehungssystemen – also bei Paaren oder Familien.

Dort stabilisieren sich die Beteiligten gegenseitig:

durch gemeinsame Erzählungen,

durch wechselnde Schuldzuweisungen,

durch das systematische Infragestellen anderer.

 

Nach außen widersprechen sie sich oft.

Nach innen brauchen sie einander zwingend.

Nicht aus Nähe oder Liebe,

sondern aus Abhängigkeit.

 

Im Fall der Familie Wilking zeigt sich genau dieses Muster:

Aussagen ändern sich je nach Situation.

Gegenseitige Vorwürfe existieren,

werden aber immer dann relativiert,

wenn es darum geht, ein gemeinsames Bild aufrechtzuerhalten.

 

Das Ziel ist nicht Wahrheit.

Das Ziel ist Selbsterhalt.

 

Das Gefährliche daran ist nicht das Ego.

Das Gefährliche ist,

dass Wahrheit zur Verhandlungsmasse wird

und selbst Institutionen in diese Dynamik hineingezogen werden können.

 

Und genau deshalb

muss man darüber sprechen.

Nicht emotional.

Nicht laut.

Sondern ruhig.

Und sauber.

 

Wenn der Staat mit unzureichend qualifizierten Juristen gegen hochqualifizierte Gegenseiten antritt, ist das kein Ausdruck von Rechtsstaatlichkeit, sondern von struktureller Fehlplanung – deren Kosten am Ende die Allgemeinheit trägt.

 

Dagmar:

Das verstehe ich nicht!

 

Sven:

Es wäre dringend geboten, die Zugangshürden im juristischen Staatsexamen neu zu justieren. Ein Rechtsstaat, also Deutschland kann es sich auf Dauer nicht leisten, seine Verfahren von den schwächsten Absolventen (Staatsanwälte) führen zu lassen, während er sich zugleich mit den leistungsstärksten und bestausgebildeten Akteuren (Anwälte in einer Kanzlei) auseinandersetzen muss – und am Ende die Kosten struktureller Inkompetenz selbst trägt (Ergebnis eines eingestellten Verfahrens).

 

Dagmar:

Wir haben das Lied vergessen!

 

Sven:

Stimmt, ich wollte Agony von Paloma Faith analysieren.

 

Dagmar:

Sven, wenn man Agony von Paloma Faith hört – worum geht es da eigentlich im Kern? Um Liebe?

 

Sven:

Nein. Agony handelt nicht von Liebe, sondern von einem Zustand.

Liebe ist darin kein Ort der Sicherheit, sondern ein Dauerzustand von innerer Spannung.

Schmerz ist nicht die Ausnahme, sondern das Fundament.

Übertragen auf die Wilkings bedeutet das: Beziehung wird nicht als Verbindung gelebt,

sondern als permanenter Krisenmodus, der überhaupt erst Halt gibt.

 

Dagmar:

Im Song geht es viel um Nähe – aber sie fühlt sich ungesund an. Woran liegt das?

 

Sven:

Weil Nähe dort nicht aus Vertrauen entsteht, sondern aus Kontrolle.

In Agony ist Nähe ein Festhalten, kein Halten.

Übertragen heißt das: Kontrolle ersetzt Sicherheit.

Wer bestimmt, was wahr ist, wer Opfer ist, wer schuld ist –

der fühlt sich kurzfristig stabil.

Das sehen wir auch in der beschriebenen Dynamik der Wilkings:

Es geht weniger um Klärung als um Deutungshoheit.

 

Dagmar:

Der Schmerz wirkt fast wie ein Teil der Identität. Ist das typisch?

 

Sven:

Ja. In Agony wird Leid zur Identität.

Ohne Schmerz fehlt das Selbstgefühl.

Übertragen auf die Wilkings zeigt sich genau das:

Der Opferstatus wird immer wieder neu erzeugt,

weil er Struktur gibt.

Widersprüche sind dabei kein Problem –

sie ermöglichen, je nach Situation Opfer oder Ankläger zu sein.

 

 

Dagmar:

Der Song kommt nie wirklich zu einem Ende. Warum dreht er sich im Kreis?

 

Sven:

Weil er keine Entwicklung kennt.

Agony ist zirkulär: Vorwurf, Rückzug, Annäherung, erneuter Vorwurf.

Keine Auflösung, keine Katharsis.

Übertragen heißt das: Auch hier gibt es kein echtes Ziel.

Anschuldigung wird relativiert, relativierte Schuld wird neu verpackt –

und der Kreislauf beginnt von vorn.

Das System lebt von Wiederholung, nicht von Wahrheit.

 

Dagmar:

Und was ist am Ende das Gefährlichste an dieser Dynamik?

 

Sven:

Dass Beziehung zur Bühne wird.

In Agony ist der andere keine Person mehr,

sondern Projektionsfläche.

Übertragen auf die Wilkings heißt das:

Auch Institutionen, Verfahren und Dritte

werden Teil dieser Bühne.

Wahrheit wird inszeniert, nicht gesucht.

Und genau da wird es gefährlich –

weil aus privater Dynamik plötzlich ein öffentliches Problem wird.

 

Dagmar:

Also ist Agony mehr als nur ein trauriger Song?

 

Sven:

Ja.

Es ist kein Trennungssong,

sondern ein Diagnose-Song.

Er beschreibt, wie Beziehungen kippen,

wenn Schmerz zur Währung wird

und Konflikt die einzige Form von Stabilität ist.

 

 

Rechtlicher Hinweis / Bildquellenangabe

 

Sämtliche Urheber- und Nutzungsrechte an den verwendeten Bildern liegen ausschließlich bei Sven Appelt.

Die Bilder wurden von Sven Appelt erstellt bzw. basieren auf von ihm angefertigten Originalaufnahmen.

 

Der gestalterische Ansatz, insbesondere die Verwendung eines lebhaften Pinktons, ist eine bewusste künstlerische Entscheidung von Sven Appelt. Diese Farbwahl steht im Zusammenhang mit einer persönlichen Bezugnahme auf Johannes Eisenberg, der als großer Befürworter und Liebhaber dieser Farbe bekannt ist. In diesem Kontext hatte Sven Appelt Johannes Eisenberg bereits vorgeschlagen, für ihn eine Robe in lebhaftem Pink anzufertigen.

 

Die dargestellten vier Charaktere von Zainab Hassan Wilking sind künstlerische Interpretationen und beziehen sich auf Originalfotos, die im Zusammenhang mit Sven Appelt entstanden sind. Die Darstellungen stellen keine Tatsachenbehauptungen dar, sondern eine künstlerische Auseinandersetzung mit realen Bildmotiven.

 

Eine weitergehende Nutzung, Vervielfältigung oder Bearbeitung der Bilder ist ohne ausdrückliche Zustimmung von Sven Appelt nicht gestattet.

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