AUF EIN GLAS WEIN ! - Folge 1 - René

Auf ein Glas Wein

 

Auf ein Glas Wein ist ein schriftliches Podcast-Format von Sven Appelt.

In essayistischen Dialogen spricht Appelt mit engen Freunden über Konflikte, Macht, Projektion, Sprache und die Absurditäten persönlicher wie institutioneller Auseinandersetzungen.

 

Ausgangspunkt sind reale Dokumente – E-Mails, Briefe, Sprachnachrichten – die nicht als Beweise, sondern als Erzählmaterial dienen. Mit schwarzem Humor, Sarkasmus und analytischer Schärfe werden Narrative seziert, Selbstbilder entlarvt und historische Begriffe (wie etwa Stasi, Tschekisten, Loyalität, Staat) in ihrer rhetorischen Funktion hinterfragt.

 

Begleitet von Musik und bewusst ohne therapeutischen Anspruch ist Auf ein Glas Wein kein Versöhnungsformat, sondern ein Gedächtnisraum: für Gespräche, die man eigentlich beenden möchte – aber nicht kann, solange sie Wirkung entfalten.

 

Es beginnt immer gleichbleibend Langweilig...

 

Er heißt Sven.

Und das hier ist kein Gespräch, das etwas lösen will.

 

Er sitzt an einem Tisch.

Da steht ein Flasche Wein.

Manchmal auch zwei.

Mehr Rahmen braucht es nicht.

 

Sven lädt Menschen ein, die er kennt.

Freunde. Wegbegleiter. Leute, die geblieben sind.

Nicht, weil alles leicht war –

sondern weil nicht alles leicht war.

 

Sie reden über Dinge, über die man eigentlich nicht mehr reden möchte.

Aber muss.

Weil sie sonst nicht verschwinden.

 

Es wird ruhig.

Es wird unangenehm.

Manchmal auch komisch.

Meistens gleichzeitig.

 

Das hier ist kein Podcast mit Antworten.

Das hier ist ein Ort, an dem Erinnerungen ausgesprochen werden dürfen,

ohne dass jemand klatscht oder heilt.

 

Wenn es sich schief anfühlt,

ist es wahrscheinlich richtig.

 

Heute sitzt ihm René gegenüber.

Der Wein ist offen.

 

Das Gespräch kann beginnen - Auf ein Glas Wein – Folge 1

 

Sven Appelt im Gespräch mit René

(Ein Tisch. Zwei Gläser. Der Wein ist offen, das Thema eigentlich geschlossen – wären da nicht die Realität und Andreas Wilking.)

 

 

Sven:

René, grüß dich.

Du bist mein erster Gast, in diesem Format - Bevor wir überhaupt anfangen, eine Frage, die ich ab jetzt jedem meiner Gäste stelle. Du kennst mich seit… was? Fünfzehn Jahren?

 

René:

Ungefähr. Österreich-Zeit. 

Eine andere Epoche.

 

Sven:

Genau. Jetzt bist du seit Jahren in Deutschland. Und sag mir ehrlich:

Dieses Thema „Wilking und ich“ – das nervt doch, oder?

 

René (lacht trocken):

Natürlich nervt es. Wie oft hast Du mir das erzählt?

 

Sven:

Danke. Endlich sagt es mal jemand.

 

René:

Aber es nervt nicht wegen Dir. Es nervt, dass es nicht endet und dieses Machtgehabe des alten Mannes nervt.

 

Sven:

Der ist doch erst 72, im April ??.

Du hast mit mir die Reste meines Eigentums abgeholt. Nachdem die Cheab es in diese drei Kisten presste. Du hast gesehen, was übrig war.

 

René:

Ja, und ich habe gesehen wie Du geweint hast.

 

Sven:

Die übergossenen Kundensachen. Farbe ausgeschüttet über meine Unterlagen, 

Zusammengeklebter Bauschutt und ihre benutzten Binden.

Dinge, die da nichts zu suchen hatten.

Wusstest Du eigentlich das die Cheab noch zweimal Zeug aus meinen Kisten geklaut hat, nachdem der Wilking der Polizei meldete das er alles ordnungsgemäß mit der Polizei verpackt hätte?

 

René:

Leider ja - der Angestellte der Firma schrieb das sogar in einer Erklärung und ich erinnere mich an die Unordnung. Das war Zerstörung pur. Respektlos und ehrverletztend.

 

Sven:

Und trotzdem sitzt du jetzt hier. Also frage ich mich:

Bist du genervt – oder bist du einfach nur nett?

 

René:

Weder noch.

Ich sitze hier, weil ich gesehen habe, dass du nicht verrückt bist und weil Du mir wichtig bist.

Aber in erster Linie um aufzustehen - denn ich weiß das Du den anderen Frauen Kraft gibst um zu kämpfen.

 

(kurze Pause)

 

Sven:

Das bringt mich zur zweiten Frage.

Natürlich gibt es immer zwei Seiten. Ich bin nicht unschuldig.

Aber René – von heute auf morgen zu behaupten, man kenne mich, mich - Sven Appelt?

Mich zu ignorieren.

Die Polizei zu rufen und zu sagen, ich sei psychisch krank und dann lügen beide auch noch so extrem die Polizei an, als hätten beide nicht mehr alle Perlen am Rosenkranz.

 

René:

Das ist doch Betrug, und warum hat er als Gutachter, der sich für so „geil“ hält nicht einfach Dein Eigentum zurückgeben und seine Freundin ignoriert.

Die Cheab hat doch eh nichts, außer ihre Lügen!

Ich meine, die ist klein und unbedeutend.

Nicht einmal der Eisenberg beachtet die!

 

Sven:

Er ist ein alter, schwacher Mann, 71 und hat nachweislich nicht alle Nadeln an der Tanne, denn sonst hätte er wirklich nicht so gelogen, als Gutachter.

 

Und dann diese Geschichte…

Ich hätte vor ihrem Laden in meine Hand gekotet und das Schaufenster damit beschmiert.

Bei der Menge, was an der Tür klebte, frage ich mich bis heute wie viel Tage ich wohl nicht kacken war. ?? Eine Woche ? 

Die Richter müssen bei diesen Lügen von den beiden auch nur noch lachen, bin ich mir sicher.

Eisenberg und dann diese beiden, das ist Satire in Reinform und besser als El Honzo.

 

René:

Das sagt mehr über den Erzähler als über dich.

Wer war das denn mit dem SCAT-Fetish?

 

Sven:

Na die Cheab selbst, dass hat doch die Zeugin in einer EV geschrieben.

Und dann rennt man zu einem Anwalt, der viel kostet und nichts klärt.

Im Gegenteil – die Glaubwürdigkeit seiner Mandanten hat er schön in Frage gestellt.

 

Daher vertraue ich keinen Anwälten, was bringen die eigentlich wirklich - außer hohe Rechnungen und Vergleiche. ??

 

René:

Du hast genau deshalb keinen Anwalt genommen.

 

Sven:

Genau. Weil ich gelernt habe:

Manchmal schützt dich kein Anwalt besser als die eigene Dokumentation und weil ich schauen wollte wie weit ich gehen kann.

 

(Sven nimmt ein Blatt Papier.)

 

Sven:

Ich habe hier diese E-Mail von Andreas Wilking an Thomas W.

Was fällt dir als Erstes auf?

 

René:

Der Ton.

Die Erpressung.

Und diesen merkwürdigen und gestörten Vergleich mit der Stasi.

Wie alt ist denn dieser Thomas, auch so alt wie der Wilking, also über 70?

 

Sven:

Nein, Thomas ist das Gegenteil vom Wilking; jung, attraktiv und sportlich.

Daher, Thomas hätte ca. 14 Jahre alt gewesen sein müssen, als die Mauer viel.

Und Klar, die DDR hatte mehr Spitzel als Einwohner aber ich bin mir sicher, dass die DDR auch mit Thomas die Wende verpennt hätte.

 

Und ja - das sehe ich auch.

Stasi ist kein neutrales Wort. Das ist eine Herabsetzung.

 

René:

Natürlich. Niemand benutzt das zufällig.

 

Sven:

Der Wilking schon gar nicht, denk an seine verlogene EV vom 07.03.2024.

Wenn jemand anderen Stasi unterstellt, sagt er nicht: Ich erkläre.

Er sagt: Ich stelle mich über dich und das macht dieser Narzisstische Ältere Herr, sehr gerne und sehr oft.

 

René:

Es ist Machtsprache.

 

Sven:

Es ist die Sprache eines „dummen“ - Genau.

Und interessant ist ja: Wer sich so intensiv mit diesem Begriff beschäftigt, muss ihn innerlich sehr präsent haben.

 

René:

Oder er nutzt ihn, weil er weiß, dass er verletzt.

 

Sven:

Der, weiß doch gar nichts mehr, immerhin hat er vergessen das es mich gibt, der ihm für 30.000€ ein Kosmetisches Studio verkauft hat und er hat vergessen das er mich beklaut hat.

Demenz, das muss altersbedingte Demenz sein.

Demenz und Gutachten verträgt sich auch nicht, finde ich.

 

René:

Tschekisten.

 

Sven:

WAS?

 

René:

Tschekisten, Du fragtest was mir einfallen würde. 

 

Sven: 

Exakt.

Und jetzt wird es spannend.

 

(Musik leise im Hintergrund – ein fragmentarischer Hinweis auf das Lied „Der Tschekist“.)

 

Sven:

Der Tschekist – historisch gesehen – ist keine romantische Figur.

Aber auch kein Comic-Bösewicht.

Er ist ein Instrument.

Ein Mensch, der sich einer Ideologie unterordnet.

 

René:

Eine Marionette.

 

Sven:

Nein und Ja, Genau.

Dzerzhinski als Vorbild: Heiligenlegende statt Lebenslauf

Der Mann wird als eine Art Schutzpatron der inneren Sicherheit inszeniert – inklusive Leidensnarrativ („Kerker, Verbannung…“) als Echtheitszertifikat.

Sarkastisch gesagt: Wer gelitten hat, kann später nicht unmenschlich sein – das ist hier die implizite Logik.

Und das macht aus politischer Polizei eine Berufung.

 

Und das Lied „Der Tschekist“ ist kein Loblied.

Es ist ein Porträt von Einsamkeit, Härte, Selbstaufgabe.

 

Das eigentliche Thema des Liedes: Identität

Das Lied ist weniger „Handlungsanweisung“ als Identitätsstiftung:

Du bist Erbe. Du trägst Banner. Du schützt Glück.

Wenn man unbedingt die These „nicht menschenverachtend“ vertreten will, dann so:

Es ist der Soundtrack einer Selbstwahrnehmung, in der man sich als Schutzschild der Republik empfindet – nicht als Gefahr.

 

René:

Das Lied beschreibt keinen Helden.

Es beschreibt jemanden, der funktioniert – und dabei verschwindet.

 

Sven:

Und deshalb frage ich mich:

Warum projiziert man das auf andere?

 

Wir halten Wacht“: romantisierte Fürsorge

„Wacht halten“ klingt wie Nachtwächter mit Thermoskanne – nicht wie Machtapparat.

In der Wohlfühl-Interpretation ist das keine Überwachung, sondern Achtsamkeit mit Uniform:

Nicht „Ich beobachte dich“, sondern „Ich passe auf dich auf“.

Das Lied verkauft Kontrolle als Fürsorge. Das ist die ganze Magie.

 

Und eigentlich das, was Wilking wollte, also vom Thomas W. 

 

René:

Wilking wollte absoluten Gehorsam?

 

Sven:

„Partei treu ergeben“: die moralische Abkürzung

Hier wird die Logik elegant vereinfacht:

Wenn die Partei „das Gute“ ist, dann ist Treue automatisch Tugend.

Das erspart lästige Einzelfallprüfungen wie: War das gerade gerecht? War das verhältnismäßig? War das menschlich?

Das Lied sagt: Moral ist geklärt – du musst nur noch loyal sein.

 

(Pause.)

 

René:

Vielleicht, weil man es selbst spürt.

 

Sven:

Ich sehe in Andreas keinen allmächtigen Strippenzieher.

Ich sehe einen Mann, der sich größer macht, weil er sich innerlich klein fühlt.

Einen Feigling, einen seelischen Verlierer und moralisch ein Wrack.

 

Der anderen Begriffe überstülpt, um nicht auf sich selbst schauen zu müssen.

 

René:

Das erklärt auch dieses permanente „Ich bin wer“, wie in der Aussage von März 2024.

Titel. Funktionen. Gutachter. Mehrheitsgesellschafter.

 

Sven:

Götterkomplex light.

Sehr deutsch. Sehr männlich. Sehr einsam.

 

René:

Und am Ende?

 

Sven:

Am Ende bleibt jemand, der sich erpressbar machte - weil er log und dachte schlauer als jeder andere zu sein.

 

René:

Nicht aus Liebe.

Nicht aus Stärke.

Sondern aus Angst.

 

Sven:

Nein - Heißes Herz - Kühler Kopf!

Der Kern-Claim: „Heißes Herz, kühler Kopf …“

Das ist der Slogan einer Behörde, die sich selbst gern als ethisch hochgerüstet verkauft: Gefühl ja – aber bitte normiert. Denken ja – aber bitte dienstfähig.

Und in dieser Lesart ist das Lied ein HR-Clip aus der Zeit, als man „Wertekodex“ noch als Marschtempo vertont hat.

Der Satz erinnert an das (auch außerhalb des Liedes zirkulierende) Motto mit „kühlem Kopf / warmem Herzen“.

 

Ein passendes Lied für einen einsamen, unglaublich unglücklichen und traurigen Mann - aber nicht für Thomas W.

 

René:

Dann ist sprichwörtlich der „Tschekist“ nicht der andere. 

 

Sven:

Sondern er selbst.

Vom Alter passt es - er war und ist zum Beispiel auch ein Fan von der Serie „Der Kommissar“ und „Der Alte“.

 

Sprachnachrichten von Zainab Hassan Wilking und ihrem Ehemann Andreas Wilking. Sven war zu der Zeit in den USA:

 

 

(Beide lachen kurz. Müdiges Lachen.)

 

Sven:

René, der Wein ist leer.

 

René:

Wie passend.

 

Sven:

Wein zu Ende und Mail zerlegt!

Danke dir.

Beim nächsten Mal analysiere ich mit Sara die Mail an die Vereinsmitglieder.

Das wird… unterhaltsam.

 

René:

Schade, darauf hätte ich Bock gehabt.

 

Sven: 

Eigentlich müsste ich das mit diesem Christian W. machen - denn schließlich stellt der Wilking ihn in seiner perfiden narzisstischen Art - bloß. Was vorher 3 wussten wissen jetzt wohl 200 Mitglieder, oder weniger oder vielleicht sogar mehr.

 

(Abblende.)

 

 

 

 

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