Hier siehst du unser Zainab und Sven.
Unser Zainab ist eine Frau, die gerne schminken möchte.
Aber so richtig klappt das nicht.
Dafür erklärt sie es umso lieber.
Daneben auf dem Bild: Sven.
Sven ist ungefähr genauso alt wie unser Zainab.
Sven ist Baujahr 1981.
Unser Zainab ist auch Baujahr 1981.
Oder 1980.
Oder 1978.
Das hängt davon ab, was sie gerade für ein Gefühl zu ihrem Geburtsjahr hat.
Früher wollte unser Zainab mal Kosmetikerin werden.
Dann wurde sie aber lieber:
„Ich versuche mich in allem“.
Von Visagistin bis Geschäftsführerin – je nach Laune.
Sven dagegen ist geblieben, was er ist:
Sven.
Früher waren unser Zainab und Sven richtig gute Freunde.
Fast schon unzertrennlich.
Unser Zainab hat Sven sogar mal geliebt.
Sie hat ihm Herzchen geschickt.
Und Sprachnachrichten.
Und „Ich liebe dich“-Nachrichten.
Immer. Wieder. Und Wieder.
Sven fand das…
nervig.
Aber er hat nichts gesagt.
Sven ist höflich.
Er dachte sich nur:
„Ach, die arme kleine pummelige Frau. Ich helf ihr mal oben im Studio.“
Dann stellte sich heraus:
Unser Zainab hatte längst einen Freund.
Andreas ist ein Mann, der laut eigener Aussage immer die Wahrheit sagt.
Laut Realität: eher selten.
Dann kam der große Streit.
Alle gegen alle.
Jetzt sind sie nicht mehr befreundet.
Jetzt klagen sie sich.
Und weil die Staatsanwaltschaft nicht weiterkam,
kümmern sich jetzt Strafverteidiger darum.
Die verdienen gut daran.
Das Ganze nennt man in Berlin:
Justiz.
Oder:
Eine sehr lange WhatsApp-Gruppe mit Gerichtstermin.
Sogar die Justizsenatorin von Berlin schaut jetzt zu.
Sie soll gesagt haben:
„Was ist hier eigentlich los? Sind die noch ganz normal?“
Unsere Einschätzung:
Nein. Aber es ist spannend.
Deshalb gibt es jetzt dieses Format:
„Unser Zainab erklärt die Welt.“
In einfacher Sprache.
Mit Bildern.
Und so erklärt,
dass auch unser Zainab es versteht.
| Geschichte 1: Unser Zainab und die Wochentage
Das hier ist unser Zainab. Unser Zainab lebt in Berlin. Sie möchte ein Kosmetikstudio eröffnen.
Andere Menschen beginnen ihre Woche am Montag. Dann kommt Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Das steht auch so im Kalender.
Unser Zainab macht das anders. Sie fängt die Woche einfach hinten an. Für sie ist Sonntag der erste Tag. Danach kommt Samstag. Dann Freitag. Montag kommt irgendwann. Oder auch nicht.
Für viele klingt das verwirrend. Für unser Zainab ist das ganz logisch. So wie sie die Woche fühlt, so nennt sie die Tage. Manchmal ändern sich die Namen auch.
Unser Zainab versteht es. Und das reicht ihr. | Geschichte 2: Unser Zainab und die Verantwortung
Verantwortung bedeutet, dass man sich kümmert. Zum Beispiel um Menschen, Termine oder Aufgaben.
Unser Zainab hat Kinder. Darum sagt sie, dass sie viel Verantwortung trägt. Andere Frauen, wie Sophie oder Gabi, sieht unser Zainab kritisch. Sie findet:
„Die übernehmen keine Verantwortung. Ich schon.“
Sogar eine Berliner Firma namens City Clean taucht in ihren Erzählungen auf. Was genau City Clean getan hat, weiß niemand. Aber unser Zainab weiß es. Und das reicht.
Unser Zainab sagt, sie ist eine der verantwortungsvollsten Frauen Berlins. Deshalb erklärt sie auch gern anderen, wie sie das machen sollen.
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| Geschichte 3: Unser Zainab und das Vertrauen
Vertrauen heißt, dass man glaubt, jemand macht etwas richtig. Unser Zainab glaubt das nicht so schnell. Deshalb lässt sie lieber alles kontrollieren.
Zum Beispiel von Sven. Sven sollte beobachten, wann die Maler kommen. Wie viele Maler da sind. Wie lange sie bleiben. Und am besten: Fotos machen.
Warum? Weil unser Zainab Beweise braucht. Für die Versicherung. Für den Buchhalter. Und für später.
In unser Zainabs Kosmetikstudio wurde viel gearbeitet. Sie sagt: Es waren mindestens 15 Handwerker. Unser Zainab möchte wissen, wer wann was gemacht hat. Darauf legt sie großen Wert.
| Geschichte 4: Unser Zainab und die Buchhaltung
In der Buchhaltung schreibt man auf, wie viel Geld man einnimmt und ausgibt. Das ist wichtig für das Finanzamt und für Versicherungen.
Unser Zainab sagt, sie ist nicht so gut in Mathe. Deshalb fragt sie oft Sven. Der kennt sich besser aus.
Einmal hat unser Zainab eine BWA verschickt. Das ist eine betriebswirtschaftliche Auswertung. Darin steht, wie es ihrem Studio finanziell geht.
Sven hat Unstimmigkeiten entdeckt. Dann gab es Streit. Jetzt schaut sich das Finanzamt die Zahlen genauer an.
Unser Zainab wartet. Und Sven auch. |
| Geschichte 1 - Die Wochentage
| Geschichte 2 - Verantwortungsvoll
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| Geschichte 3 - Malerkontrolle
| Geschichte 4 - gesendete BWA
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| Geschichte 5: Was mit unser Zainab’s Kosmetikstudio passiert ist
Da ist wieder unser Zainab. Unser Zainab ist eine erwachsene Frau. Sie hat ein Kosmetikstudio geführt – mit viel Herz, viel Arbeit und viel Verantwortung.
Doch eines Tages ist etwas passiert: Es gab einen Schaden im Studio. Manche sagen, es war ein Brand. Andere sprechen von einem Wasserschaden.
Auf jeden Fall: Das Studio war danach nicht mehr wie vorher nutzbar. Unser Zainab musste wichtige Entscheidungen treffen.
Sie überlegte: „Kann ich das Studio reparieren?“ „Oder ist es besser, es zu verkaufen?“
Am Ende entschied sie: Sie möchte das Kosmetikstudio verkaufen. Es ist zu viel für sie allein. Und sie hofft, dass jemand anderes etwas Neues daraus machen kann.
Da unser Zainab nicht so schlau ist fragt sie Sven, der ist sprichwörtlich „so dumm“ und hilft unser Zainab.
Ein Schaden wie dieser betrifft oft auch die Versicherung.
Dafür braucht man ein Gutachten – also eine genaue Einschätzung, wie groß der Schaden ist und wie viel das Studio jetzt noch wert ist.
Ein Mann namens Andreas hat so ein Gutachten erstellt. Er ist Gutachter. Einige Leute sagen jetzt: „Andreas kennt unser Zainab. Vielleicht hat er das Gutachten extra verändert, damit sie mehr Geld bekommt.“
Aber: Das sind nur Behauptungen. Ob sie stimmen oder nicht – das kann nur die Polizei klären. Denn es ist wichtig, dass alles gerecht und ehrlich geprüft wird.
Unser Zainab sagt: „Ich habe nichts falsch gemacht.“
Jetzt wird überprüft, ob die Behauptungen stimmen – oder ob sie vielleicht von Menschen stammen, die nur Gerüchte verbreiten wollen. Wenn jemand absichtlich falsche Dinge sagt, dann muss sich diese Person erklären – nicht unser Zainab.
Währenddessen macht unser Zainab weiter. Sie schaut, wie sie das Studio am besten verkaufen kann. Sie will einen fairen Preis. Und sie will, dass alles richtig und ordentlich abläuft.
Unser Zainab bleibt ruhig. Denn sie weiß: Man kann nur das tun, was richtig ist. Und das tut sie - oder auch nicht. | Geschichte 6: von unser Zainab, den Steuern und der Tasche
Unser Zainab hatte im ersten Quartal 2023 sehr viele Kundinnen. Sie arbeitete viel, stellte Rechnungen aus – und machte gute Umsätze.
Einige Zeit später kam ein dicker Brief vom Finanzamt. Darin stand: Unser Zainab müsse eine größere Summe Umsatzsteuer zahlen.
Unser Zainab war verunsichert. Warum sollte sie so viel abgeben?
Sven erklärte es ihr:
„Wenn du Rechnungen schreibst, musst du 19 % Umsatzsteuer dazulegen. Diese 19 % gehören dem Staat. Du darfst sie nicht behalten – du sammelst sie nur ein und gibst sie weiter.“
Unser Zainab nickte. Langsam verstand sie. Sven ergänzte:
„Mit diesem Geld wird unter anderem auch die Justiz bezahlt. Zum Beispiel Staatsanwälte wie Akgüc. Sie arbeitet sehr klar, zielgerichtet und lösungsorientiert. Und sie ist – aus meiner Sicht – jeden Cent ihres Gehalts wirklich wert.“
Gleichzeitig wollte unser Zainab auch ihr Kosmetikstudio verkaufen. Eine Interessentin – sie wird in den Gesprächen oft von unser Zainab als „die Asiatin“ bezeichnet – war zunächst sehr interessiert. Aber sie zögerte beim Kauf.
Nicht, weil sie nicht bezahlen wollte – sondern weil der von unser Zainab angesetzte Preis ihr zu hoch erschien. Sie war unsicher, ob sie wirklich so viel ausgeben wollte.
Diese Zurückhaltung verunsicherte unser Zainab. Sie hatte gehofft, dass es schnell geht. Doch nun musste wieder Sven helfen.
Er schaute sich alles nochmal an. Er formulierte neue Inserate. Er suchte weiter nach möglichen Käufer*innen.
Und Sven fand Frau Duman, ach was war da unser Zainab froh und auch der schöne Andi, der war fast noch glücklicher.
Unser Zainab schrieb Sven parallel viele Nachrichten. Mal mit Fragen zur Steuer, mal zu Interessenten, manchmal auch persönliche Worte mit Herzen und mit Liebe.
Sven antwortete ruhig. Aber es war anstrengend. Nicht körperlich – sondern geistig.
Darum beschloss er, sich etwas Gutes zu tun. Etwas für sich selbst.
Er ging zu Hermès. Er kaufte eine hochwertige Tasche – für sich selbst. Als Anerkennung. Für Geduld, Erklärung, Ausdauer.
Er brachte die Tasche zu Boris. Boris beschriftete sie mit einem Spruch – nicht für jemand anderen, sondern als stilles Zeichen für Sven selbst.
Unser Zainab sah die Tasche. Sie dachte kurz, sie sei für sie. Aber das war ein Missverständnis.
Denn die Tasche war ein Symbol:
„Ich habe viel geleistet. Ich darf mir auch etwas zurückgeben.“
Unser Zainab lernt jeden Tag dazu. Über Umsatzsteuer. Über den Wert von Dingen. Und über Geduld.
Und Sven? Er arbeitet weiter – ruhig, sachlich, zuverlässig. Mit einer Tasche. Und einem klaren Blick. |
| Geschichte 7: In der auch Sven etwas dazulernt
In dieser Geschichte geht es um Sven, Andreas und um ein Rehlein, so wurde auch unser Zainab genannt.
Sven glaubt oft, dass er schon viel verstanden hat. Über Menschen, über Begriffe, über Zusammenhänge. Aber manchmal passiert etwas anderes: Man lernt doch noch etwas Neues.
So war es auch mit Andreas.
Andreas ist jemand, der gern erklärt. Er ist überzeugt davon, Dinge einordnen zu können. Manchmal glaubt er sogar, ein kleines bisschen schlauer zu sein als der Rest der Welt.
An diesem Tag erklärte Andreas dem Sven etwas. Und diesmal hörte Sven zu.
Es ging um das Wort „Rehlein“. Andreas sagte, das sei ein sehr alter Begriff. Ein Kosename. Altdeutsch. Nicht böse gemeint.
Er erklärte weiter, dass dieser Begriff nicht aus einer dunklen deutschen Zeit stammt, wie manche vielleicht vermuten könnten.
Nein, sagte Andreas. Der Begriff sei ihm bekannt aus einer sehr alten Fernsehserie. Eine Serie über einen Kommissar. Andreas hatte sie schon als junger Mann gesehen.
Er erzählte das mit großer Sicherheit. So sicher, dass Sven kurz dachte, Andreas sei vielleicht sogar bei den Dreharbeiten dabei gewesen.
Sven hörte zu. Und zum ersten Mal sagte er nichts dagegen. Er nahm es einfach auf.
Unser Rehlein, um das es eigentlich ging, konnte dazu nichts sagen. Nicht, weil sie nicht wollte – sondern weil sie gar nicht wusste, worüber die beiden Männer gerade sprachen.
Zwei Männer. Zwei Erklärungen. Ein Begriff. Und viel Bedeutung, die eigentlich niemand eingefordert hatte.
Damit endet diese Geschichte. | Geschichte: Frohe Weihnachten
Die nächsten Geschichten werden erst später erzählt. Denn auch ein Erzähler braucht manchmal eine Pause.
Wenn man lange über dieselben Menschen spricht, über dieselben Namen, über dieselben Erfahrungen, kann es passieren, dass alte Gefühle wieder auftauchen.
Das nennt man getriggert sein. Es bedeutet: Etwas erinnert an etwas Schwieriges von früher.
Das ist nicht gut und nicht böse. Es ist einfach menschlich.
Darum ist jetzt erst einmal Schluss. Die Geschichten machen Pause. Und gehen später weiter.
Bis dann. |
| Geschichte 5 - unser Zainab will verkaufen
| Geschichte 6 - unser zainab und die Steuer
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| Geschichte 7 - Andreas Wilking erzählt aus seiner Jugend
| PAUSE |
Vergesst nicht: DER SCHÖNE ANDI
Andi deckt auf, was Zainab vergaß.
Link: DER SCHÖNE ANDI
Das war „Unser Zainab erklärt die Welt“.
Demnächst vielleicht mit noch mehr Geschichten aus der Ulandstraße 170, 10719 Berlin –
und den Menschen, die sie nie vergessen werden.
Rechtlicher Hinweis / Bildquellenangabe
Sämtliche Urheber- und Nutzungsrechte an den verwendeten Bildern liegen ausschließlich bei Sven Appelt.
Die Bilder wurden von Sven Appelt erstellt bzw. basieren auf von ihm angefertigten Originalaufnahmen.
Der gestalterische Ansatz, insbesondere die Verwendung eines lebhaften Pinktons, ist eine bewusste künstlerische Entscheidung von Sven Appelt. Diese Farbwahl steht im Zusammenhang mit einer persönlichen Bezugnahme auf Johannes Eisenberg, der als großer Befürworter und Liebhaber dieser Farbe bekannt ist. In diesem Kontext hatte Sven Appelt Johannes Eisenberg bereits vorgeschlagen, für ihn eine Robe in lebhaftem Pink anzufertigen.
Die dargestellten vier Charaktere von Zainab Hassan Wilking sind künstlerische Interpretationen und beziehen sich auf Originalfotos, die im Zusammenhang mit Sven Appelt entstanden sind. Die Darstellungen stellen keine Tatsachenbehauptungen dar, sondern eine künstlerische Auseinandersetzung mit realen Bildmotiven.
Eine weitergehende Nutzung, Vervielfältigung oder Bearbeitung der Bilder ist ohne ausdrückliche Zustimmung von Sven Appelt nicht gestattet.