RUBaddiction berlin - 2008

2008 – Weiß war keine Farbe, sondern eine Entscheidung

 

2008 setzte ich bewusst auf den Stil und den Trend dieser Zeit.

Alles ging in eine Richtung: Weiß.

 

Ich erinnere mich sehr genau daran, wie stark diese Ästhetik damals präsent war. Quest Magazine hatte eine Fotostrecke, die mir im Kopf geblieben ist: weißes Porzellan, weißer Hintergrund, weiße Räume, weiße Körper. Es war diese fast obsessive Reduktion auf eine einzige Farbe, die damals als modern, progressiv und international gelesen wurde.

 

Genau daran wollte ich anknüpfen.

Aber nicht, um es zu kopieren – sondern um es zu brechen.

 

Ich wollte einen weißen Hintergrund, weiße Möbel, eine Umgebung, die auf den ersten Blick Reinheit suggeriert. Gleichzeitig war mir wichtig, dass diese Reinheit nicht steril wirkt. Nicht clean. Nicht klinisch. Die Bilder sollten leben, atmen, eine gewisse Spannung haben. Sie durften „gejuiced“ aussehen – leicht übersteuert, leicht körperlich, leicht unruhig.

 

Wir entschieden uns bewusst für wenig Farbe. Umso stärker sollten einzelne Akzente wirken. Auf einem der Bilder war es eine pinke Bluse. Ein einziges Kleidungsstück, eine einzige Farbe – und genau das reichte.

 

Diese Bluse war übrigens berüchtigt. Das Material färbte auf der Haut ab. Wir hatten einen Kunden, einen Geschäftsmann aus London, der sich daraus einen kompletten Anzug anfertigen ließ – inklusive Maske. Er musste später Meetings verschieben, weil sein ganzer Körper pink gefärbt war. Das Material färbte so stark, dass es später vollständig aus dem Sortiment bei Radical Rubber genommen wurde.

 

Nicht alles, was ästhetisch funktioniert, ist langfristig tragbar. Auch das gehört zur Wahrheit solcher frühen Jahre.

 

 

Der erste Shoot

 

Dieser Shoot selbst war ruhig, konzentriert und präzise.

Wir haben es mit Attila Hartwig umgesetzt – ein wunderbarer Mensch. Still, professionell, angenehm, völlig unkompliziert. Kein Drama, kein Ego, keine Umwege. Genau die Art von Zusammenarbeit, die Raum lässt für Bilder.

 

Natürlich fand der Shoot in Berlin statt.

Im Studio von Attila.

 

Rückblickend war es mehr als nur eine Bildserie. Es war eine klare Positionierung: Wir waren Teil der Zeit, aber nicht ihr Echo. Wir griffen den Trend auf – und verschoben ihn minimal. Nicht laut. Nicht aggressiv. Sondern so, dass man erst beim zweiten Hinsehen merkte, dass hier etwas nicht ganz so rein war, wie es vorgab zu sein.

 

Und genau darin lag der Anfang.

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