DIE GESCHICHTE HINTER SACberlin
Von der ersten Idee im Jahr 2006 bis zu PRICE TAG im Jahr 2026
2006–2007 | Die Idee wird geboren
Manche Unternehmen entstehen aus einem Businessplan. Andere aus einer Obsession.
2006 begann für mich nicht einfach nur ein neues Projekt, sondern eine Idee, die mich bis heute begleitet: Latex aus seinem engen, oftmals klischeehaften Kontext zu befreien und als ernstzunehmendes Material für Mode, Kunst und Design zu etablieren.
Damals war die Szene geprägt von Schwarz, Rot und Transparent. Die ästhetischen Regeln schienen festgelegt, die Erwartungen ebenso. Doch ich hatte das Gefühl, dass dieses Material weit mehr konnte. Latex musste nicht ausschließlich provokant oder uniform wirken. Es konnte farbig, modern, elegant und überraschend leicht sein.
2007 entstand der erste Onlineshop – ein entscheidender Schritt in einer Zeit, in der E-Commerce für unabhängige Designer noch alles andere als selbstverständlich war. Was heute selbstverständlich erscheint, war damals ein mutiger Versuch, eine sehr spezielle Vision einem internationalen Publikum zugänglich zu machenEs war der Beginn einer Idee, die zunächst klein wirkte, aber bereits den Kern dessen enthielt, was meine Arbeit bis heute prägt: Kreativität, Präzision und der Wunsch, Bestehendes neu zu denken.
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2008–2011 | Die Jahre der Pionierarbeit
Mit dem ersten Shop begann auch die eigentliche Aufbauphase von RubAddiction Berlin.
In einer Zeit, in der die Latexszene vor allem von klassischen Farbwelten geprägt war, setzte ich bewusst auf Farbe, jüngere Models und eine modernere, modischere Bildsprache. Mir ging es nicht darum, bestehende Erwartungen zu bedienen, sondern ein neues Publikum anzusprechen.
Ich arbeitete mit Menschen, keine Models - Anfang zwanzig, die nicht dem traditionellen Ideal der Fetischszene entsprachen. Keine überinszenierten Körper, sondern echte Persönlichkeiten.
Rückblickend war genau diese Entscheidung von zentraler Bedeutung. Statt mich an den Vorstellungen einer etablierten Szene zu orientieren, setzte ich auf eine Generation, die offen für neue Ästhetiken und neue Ideen war.
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2011–2014 | Berliner Subkultur öffnet internationale Türen
2011 markierte einen Wendepunkt.
Durch die Zusammenarbeit mit Enrico Nawrat, dem Staatsballett Berlin und der Deutschen AIDS-Hilfe entstand das Projekt „Wir können auch anders“. Die fotografische Umsetzung im Berghain wurde zu einem Statement für Diversität, Offenheit und gesellschaftliche Verantwortung.
Bis heute bin ich der einzige Designer, der dort eine komplette Kollektion fotografisch inszenieren durfte.
Kurz darauf folgte eine Anfrage aus den Vereinigten Staaten. Aus ersten Entwürfen entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Produktion. Ich lebte mehrere Monate in New York und pendelte zwischen Berlin und Manhattan.
Diese Zeit zeigte mir, dass Latex längst das Potenzial hatte, international als ernstzunehmendes Material in Mode und Bühnenproduktion wahrgenommen zu werden.
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2014–2017 | Die Jahre des Umbruchs und des Neubeginns
Die Jahre zwischen 2014 und 2017 waren geprägt von persönlichen Veränderungen und zugleich von einer tiefen Erkenntnis darüber, was von kreativer Arbeit tatsächlich bleibt.
Nach über dreizehn gemeinsamen Jahren endete die Beziehung und Zusammenarbeit mit Alexander Nemitz. Rückblickend bin ich vor allem dankbar – und fast ein wenig beschämt darüber, dass man sich zeitweise wegen vergleichsweise kleiner wirtschaftlicher Fragen juristisch auseinandersetzen musste.
Denn das Wesentliche war längst sichtbar:
gegenseitiger Respekt.
Bis heute bilden zahlreiche meiner Entwürfe, Grundschnitte und gestalterischen Konzepte aus den Jahren 2011 bis 2015 die Grundlage jener Herrenkollektionen, für die RubAddiction Berlin international bekannt wurde.
Besonders freut mich, dass Regine und Edith weiterhin Teil dieses kreativen Gefüges sind. Gemeinsam entwickelten wir in den frühen Jahren technische Lösungen, die Latex auf ein neues gestalterisches Niveau hoben.
Es zeigt, dass manchmal drei außergewöhnlich erfahrene Menschen, eine klare Handschrift und ein tragfähiges Konzept ausreichen, um eine Marke über Jahrzehnte hinweg erfolgreich fortzuführen.
2017 war daher kein Ende, sondern ein bewusster Neuanfang.
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2017–2025 | Beratung, Lehre und internationale Kooperationen
Ab 2017 begann die vielseitigste Phase meiner Laufbahn.
Ich arbeitete als Designer, Dozent, Berater und Materialentwickler. An Hochschulen und Universitäten in Europa und den USA sprach ich über Latex als Material für Mode, Kunst und experimentelle Gestaltung.
Gleichzeitig beriet ich internationale Unternehmen und Luxusmarken bei der Entwicklung von Latexprojekten und half dabei, die technischen Möglichkeiten und Grenzen dieses Materials besser zu verstehen.
In dieser Zeit entstanden zudem neue interdisziplinäre Projekte, unter anderem mit DJ Fetisch alias Terranova, DJ Talisman von Echnoton, sowie die kulturelle Plattform CAmusic und später der gemeinnützige Verein Voices of Creation e.V.
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2026 | PRICE TAG und das Jahr der Verantwortung
2026 bündelt alles, was in den vergangenen zwei Jahrzehnten entstanden ist.
Mit PRICE TAG entsteht meine erste große eigenständige Berliner Produktion – eine Verbindung aus Modenschau, Ausstellung, Charity-Projekt und kulturellem Dialog.
Am 3. Juli 2026 verschmelzen recyceltes Denim, Latex, Musik, Fotografie und Performance zu einem Gesamtkunstwerk. Die von Andreas Fux fotografierte Pre-Collection wird digital präsentiert. Anschließend werden ausgewählte Werke über eBay zugunsten von Terre des Hommes versteigert.
Organisiert und administrativ getragen wird das gesamte Projekt durch Voices of Creation e.V.
PRICE TAG fragt nicht, was Mode kostet.
Sondern, was Mode bewirken kann.
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